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Mittwoch, 18. Juli 2007

Atomarer Erstschlag?

Wer den Namen meines Blogs für nicht zeitgemäß hält, möge sich nur mal die heutige SpOn-Schlagzeile ansehen:

Dienstag, 10. Juli 2007

Geistiges Eigentum

Auf jeder teuer gekauften DVD wird man erstmal als Raubkopierer beschimpft, Kinokarten kosten über 7 Euro - aber all das nimmt man gerne in Kauf um an der unermüdlich sprudelnden Kreativität der großen Filmstudios teilzuhaben, die uns ständig neue, noch nie dagewesene Filmerlebnisse bescheren, wie ein Blick ins aktuelle Kino-Programm zeigt:
  • Hostel 2
  • Fluch der Karibik 3
  • Shrek der Dritte
  • Stirb Langsam 4.0
  • Harry Potter 5
  • Ocean's 13
Und schon sieht man sich als ahnungsloser Kinogänger mit einem juristischen Dilemma konfrontiert: Denn "das Urheberrecht schützt geistige und künstlerische Leistungen" (WP) - greift es bei Abwesenheit solcher Leistungen dann überhaupt noch?

Freitag, 6. Juli 2007

Jugendschutz


In Italien funktioniert der Jugendschutz offenbar noch: Modern Talking-CDs stehen dort, wo sie hingehören!

Celebraten auf dem Motorway

Inzwischen bin ich wieder aus Italien zurückgekehrt, obwohl die Wolken über dem Brenner Ungutes vermuten ließen. Den 1. internationalen Day des Denglish konnte ich daher nur auf dem Motorway celebraten und nicht im Web. Das hatte aber immerhin den nice effect, dass 34 Mittravelnde im Bus auch von diesem wichtigen Day erfahren haben. An einem italienischen Truck Stop hatte dann auch meine provisorische Ad-Hoc-Interims-Denglish-Day-Hymne Premiere (zu singen auf das Fraggles-Theme)
Denglisch sprechen wir
Handy, Meeting, oh my dear
das ist supercool
und auch wonderful
Da ich mich online (siehe Gedenkstätte 2.1) und offline für den I3D eingesetzt habe, hope ich natürlich jetzt auf einen Place in der I3D-Ruhmeshalle.

Freitag, 22. Juni 2007

Versagt

Der BotB07 ist nun vorbei, und ich muss klar sagen, dass ich versagt habe. Nicht nur, dass ich meine Vortragsreihe Datenschutz nicht innerhalb des BotB beendet habe. Ich habe auch mein erklärtes Ziel, das jamaikanische Bob-Team zu geben um das Feld nach unten abzurunden, um 12 Punkte verfehlt.
Um diese Niederlage zu verarbeiten, werde ich jetzt erstmal nach Italien flüchten, wo ich dann auch den Internationalen Day des Denglish begehen werde.

Donnerstag, 21. Juni 2007

Vortragsreihe Datenschutz V: Sicher im Netz 2

Wenn eine Webseite betrachtet wird, werden in der Regel dutzende von Dateien vom Webserver an den Browser geschickt: die eigentliche Datei mit dem HTML-Gerüst, Bilder, Style- und Script-Dateien, Flash-Animationen etc. Bei jedem dieser Dateiaufrufe werden einige Daten vom Webserver angefordert und protokolliert, solch ein Log-Eintrag sieht in der Regel so aus (Daten abgeändert):
85.123.123.123 - - [13/Jun/2007:00:12:07 +0200] "GET /seite.html HTTP/1.1" 200 178 "http://atomarer-erstschlag.blogspot.com/" "Mozilla/5.0 (Windows; U; Windows NT 5.1; de-DE; rv:1.8.1.3) Gecko/20070309 Firefox/2.0.0.3"

Im Detail: zuerst kommt die IP-Adresse, die sozusagen die Telefonnumer eines Rechners im Internet ist. Nach Datum und Uhrzeit kommt die Datei, die angefragt wird (hier seite.html). Dann folgt der Referer (hier natürlich mein Blog). Dieser Wert bleibt leer, wenn man die Webadresse per Hand eintippt, sonst zeigt er, von welcher Seite der Link kommt. Schließlich folgt der User Agent, der Auskunft gibt über Browser und Betriebssystem des Besuchers (hier Mozilla Firefox und Windows XP). Dazu kommen manchmal noch weitere Kommunikationsdaten, die protokolliert werden können.
Diese Datensammelei der Webserver ist insofern legal, da es sich nicht um personenbezogene Daten handelt, das identifizierende Merkmal ist die IP-Adresse. Wer sich dahinter verbirgt weiß nur der Internetprovider, und der darf diese Daten nur an Strafverfolgungsbehörden rausrücken.
Aber auch ohne die direkte Paarung von IP-Adresse und Person sagt die IP einiges aus. Bei festen IP-Adressen (z.B. RWTH-Rechner) ist das Erkennen wiederkehrender Rechner sehr einfach. Bei Einwahl über einen Provider werden die IPs in der Regel dynamisch vergeben, d.h. sie ändern sich bei jeder Einwahl oder auch während des Surfens. Immerhin der Einwahl-Provider und die geografische Lage des Rechners lassen sich aber mit einfachen Netzwerkbefehlen leicht rausfinden. Da die Angaben zum Browser und Betriebssytem gleich bleiben, lässt sich ein Surfer auch bei wechselnder IP-Adresse in der Logdatei verfolgen. Es gibt Programme, die Server-Logs automatisiert auswerten bzw. Webdienste, die ähnliche Funktionen bereitstellen wenn man keinen Zugang zum Webserver hat (wie hier bei Blogger).
Die IP-Adresse wird auch zur Zensur von Webinhalten genutzt. Das trifft aber nicht nur Chinesen, die bestimmte IPs(und damit Webseiten) nicht besuchen dürfen, sondern auch uns, wenn wir manche Suchergebnisse bei Google nicht angezeigt bekommen.

Da die Identifikation eines Nutzers allein aufgrund des Datenaustausches schwierig ist, gibt es Cookies. Dies sind kleine Textdateien, die von besuchten Webseiten im Browser abgelegt werden, um so den Browser (und dessen Nutzer) wieder zuerkennen. Das kann sehr sinnvoll sein, damit man z. B. beim Amazon-Kauf nicht plötzlich den Warenkorb eines anderen zahlen muss, weil der Provider gerade die IPs neu verteilt hat.
Cookies können nur von dem Webserver gelesen werden, von dem sie stammen, so dass sich das Wiedererkennen eigentlich jeweils auf einen Webserver beschränkt. Gerade in Zeiten von Web 2.0 sind aber beim Betrachten einer Seite meist mehrere Server involviert, ionsbesondere Anzeigen und PopUps werden von zentralen Adservern eingeblendet - die immer auch ihr Cookie setzen. Auf diese Art wird man nun auf jeder Seite wieder erkannt, die mit dem Adserver zusammenarbeitet. So werden ständig riesige Datenbanken mit dem Surfverhalten der Webnutzer gefüllt. Gibt man nun an einer Stelle persönliche Daten an, weil man z.B. einen Newsletter abbonieren oder etwas kaufen möchte, können die gesammelten Surfdaten, die bisher nur an IPs und Cookies gebunden waren, personalisiert werden und als Konsumentenprofil auch in der Offline-Welt genutzt werden. Als Beispiel soll hier Google dienen, das jede Suchanfrage mit IP bislang unbegfristet speichert - und nach dem Kauf von DoubleClick nun auch Zugriff auf die eine der größten Sammlung von Webnutzer-Daten hat.

Was also tun, um den Datensammlern das Leben schwer zu machen?
  • IP-Adressen kann man nicht fälschen, aber mithilfe von Proxy-Servern kann man in fremden Gewändern surfen.

    • Anonymizer Proxy
      Das ist ein Programm, das unter allen teilnehmenden Websurfern zufällig IP-Adressen verteilt, ohne dies zu protokollieren. Eine Webseite kann den Besucher also nur bis zu diesem Proxy verfolgen, dann verliert sich die Spur unwiderruflich. Ein solches Projekt bietet z.B. die Uni Dresden an.

    • Circumventor Proxy
      Hier wird eine Anfrage nicht direkt an die Webseite geschickt, sondern an den Circumventor. Gegenüber dem Webserver tritt dann der Circumventor mit seiner IP-Adresse als Anfragender auf. Umgekehrt bekommt der Surfer den Inhalt von der IP des Proxies geschickt und nicht direkt vom Webserver Damit lassen sich an die Lokalisierung geknüpfte Einschränkungen umgehen. Z.B. kann ein chinesischer Surfer über einen nicht blockierten ausländischen Circumventor eine ansonsten blockierte regimekritische Seite aufrufen. Oder man kann sich britische Tageszeitungen ansehen ohne deutsche Werbung eingeblendet zu bekommen. Circumventor sind technisch einfacher zu realisieren als Anonymizer, daher gibt es sie auch einfach als Webdienste, z.B. peacefire.org.

  • Cookies
    Webbrowser bieten leider meist ein sehr grobes Cookie-Management: Alle, keine, oder immer nachfragen.
    Akzeptiert man alle, macht man sich zum gläsernen Surfer. Blockiert man hingegen alle, funktionieren viele Webseiten nicht. Wenn man aber bei jedem Cookie eine Nachfrage erhält, Kann das sehr nervig werden, weil da locker 10 Nachfragen pro Seite kommen können. Man kann auch alle akzeptieren aber nach der Sitzung alle Cookies löschen. Dann wird man zumindest am nächsten Tag nicht wieder erkannt. Kann aber auch doof sein, weil man vielleicht das Cookie vom Online-Banking behalten möchte, und einzeln löschen ist wieder zu aufwendig.
    Firefox-Nutzer können sich da mit der Erweiterung CookieSafe helfen, die ein sehr vielseitiges Management erlaubt. So kann man nützliche Cookies speichern und nervige temporär (solange man die Seite besucht) oder für die Sitzung (solange der Browser geöffnet ist) erlauben.

  • Sonstiges
    Für die Kontrolle der Referer- und User Agent-Informationen bieten die meisten Browser keine Funktionen, da dies als weniger sicherheitsrelevant angesehen wird. Bei Opera kann man da von Haus aus was machen, für Firefox gibt es Erweiterungen um Referer und User Agent zu modifizieren. Komplettes Zurückhalten dieser Informationen wird aber ebenso wie das Ausschalten von Cookies von den meisten Webseiten unnötig hart bestraft - indem man nichts zu sehen bekommt.
Wenn ich es irgendwann schaffe, wird es noch einen Teil zum Datenschutz im "echten" Leben (also Offline) geben. Beendet wird die Vortragsreihe dann mit einem Ausblick auf das, wass uns in Sachen Datenschutz bzw. Raubbau an selbigem demnächst bevorsteht.

Mittwoch, 13. Juni 2007

Tornados gegen Werteverfall

Über den De-Facto-Inlandseinsatz der Bundeswehr beim G8-Gipfel und dessen verfassungsrechtliche Problematik brauche ich wahrlich nichts zu schreiben, das ist ja nun zum journalistischen Gemeinplatz geworden (SpOn und SZOn). Die Süddeutsche versteckt allerdings kleine Gimmicks in ihrem Artikel. So würde ein Inlandseinsatz der Bundeswehr zum Beispiel akzeptabel, wenn es zu einem "Grußunfall" in einem AKW käme. Wär ja auch zu dreist, wenn die Atomlobbyisten plötzlich höflich grüßen würden! Da müsste sofort militärisch eingeschritten werden!
Google hat die "sprachlichen Feinheiten" auch erkannt "und Anzeigen auf den spezifischen Inhalt" des Artikels "abstimmt". Der Tornadoeinsatz ist also das zwingende Resultat von "Werteverfall Jugendliche", der sich wiederum nur stoppen lässt, indem man BRAVO verbietet... also doch nicht mit militärischer Gewalt?